Der Herbst lockt mit langen Waldspaziergängen, und nach jedem Regen sprießen überall Pilze: im Wald, auf Wiesen und mitten im eigenen Garten. Für Hunde ist das eine unterschätzte Gefahr, denn viele Pilze sind giftig für Hunde. Schon kleine Mengen können ernste Folgen haben.

Der Fliegenpilz ist den meisten als giftig bekannt. Zugleich sind beim Fliegenpilz häufig auch Steinpilze, die Könige der Speisepilze, zu finden. Sie brauchen die gleichen Nährstoffe. Während wir also den Steinpilz suchen, sollte parallel dazu immer ein Auge beim Hund sein.
Warum Welpen und Junghunde besonders gefährdet sind
Am häufigsten trifft es junge Hunde. Das hat gute Gründe:
- Die Welt wird mit dem Maul erkundet. Welpen und Junghunde nehmen auf, was neu ist und interessant riecht. Pilze sind weich, duften erdig und liegen genau auf Nasenhöhe.
- Impulskontrolle ist noch im Aufbau. Ein zuverlässiges Abbruchsignal braucht Zeit und Übung, und die hat ein junger Hund schlicht noch nicht gehabt.
- Der Zahnwechsel verstärkt das Kau- und Knabberbedürfnis zusätzlich.
- Das geringe Körpergewicht bedeutet: Je kleiner der Hund, desto weniger Gift reicht für eine schwere Vergiftung.
Wenn du einen Welpen oder Junghund hast, lohnt sich in der Pilzsaison also ein besonders wacher Blick.
Besonders gefährdet: Hunde mit Heißhunger durch Medikamente oder Demenz
Neben Junghunden gibt es weitere Hunde, die im Herbst besonders viel Aufmerksamkeit brauchen.
Hunde mit Epilepsie bekommen häufig Antiepileptika wie Phenobarbital oder Kaliumbromid. Diese lösen oft einen starken Heißhunger aus, in der Fachsprache Polyphagie genannt. Auch Kortison kann diese Wirkung haben. Für betroffene Hunde ist das kein „Ungehorsam“, sondern ein echtes, kaum zu kontrollierendes Bedürfnis. Selbst Hunde, die vorher nie etwas vom Boden aufgenommen haben, werden plötzlich zu wahren Staubsaugern. Hinzu kommt, dass Vergiftungen mit neurologischen Symptomen für Epileptiker besonders belastend sein können.
Jahreswechsel 2025/26 in Schweden
Während einer Pause bei einer schönen Wanderung im Wald schnappte der Käpt´n einen mir unbekannten und durch Frost schon halb zersetzten Pilz auf. Zwar spuckte er diesen auf mein Gekreisches “Drop it!” hin aus, jedoch war nicht klar, ob er zuvor schon ein Stück heruntergeschluckt hatte.
Die Tierklinik schickte uns zunächst nach Hause. Als in der Nacht blutig-schleimiger Kot austrat, fuhren wir erneut zur Tierklinik und der Käpt´n erde dort behandelt.

Demente Hunde sind aus anderen Gründen gefährdet. Die Hundedemenz (Canine Cognitive Dysfunction) verändert, wie ein Hund seine Umwelt wahrnimmt. Manche Senioren fressen plötzlich Dinge, die sie früher ignoriert hätten, oder vergessen, dass sie gerade erst gefressen haben. Gut trainierte Signale wie „Aus“ oder „Lass es“ gehen verloren, und auch die Orientierung im vertrauten Wald oder Garten lässt nach. Was jahrelang zuverlässig klappte, ist auf einmal keine Sicherheit mehr.
Ob Medikamente oder Demenz: Pilze, Fallobst, Brotreste oder Kompost landen bei diesen Hunden schnell im Maul.
Welche Pilze sind für Hunde gefährlich?
Besonders gefährlich ist der Grüne Knollenblätterpilz. Sein Gift zerstört die Leber und kann tödlich sein. Auch Fliegenpilz, Pantherpilz und viele Risspilze lösen schwere Vergiftungen aus. Weil sich Pilze selbst für geübte Sammler oft schwer unterscheiden lassen, gilt: Jeder Wildpilz ist für deinen Hund ein Risiko.
Unterschätzt: Schimmelpilze
Nicht nur Waldpilze sind gefährlich. Auch verschimmelte Lebensmittel, Kompost, alte Brotreste oder vergammeltes Fallobst können Schimmelpilzgifte enthalten. Diese können beim Hund Zittern und Krampfanfälle auslösen. Komposthaufen und Mülltonnen sollten deshalb für deinen Hund unerreichbar sein.
Symptome einer Pilzvergiftung beim Hund
Je nach Pilzart und Menge zeigen sich unterschiedliche Anzeichen:
- Erbrechen und Durchfall
- Starkes Speicheln
- Bauchschmerzen
- Zittern, Taumeln oder Krampfanfälle
- Erweiterte Pupillen
- Unruhe oder auffällige Müdigkeit
Tückisch: Beim Knollenblätterpilz treten Symptome oft erst nach 6 bis 24 Stunden auf. Danach scheint es dem Hund manchmal besser zu gehen, während die Leber bereits geschädigt wird.
Erste Hilfe: Was tun bei Verdacht?
Hat dein Hund einen Pilz gefressen, fahre sofort zur Tierarztpraxis, auch wenn er noch fit wirkt. Warte nicht auf Symptome, denn dann ist das Gift oft schon im Blut. Nimm wenn möglich ein Stück des Pilzes oder ein Foto mit, damit er bestimmt werden kann. Bitte löse kein Erbrechen selbst aus, das gehört in tierärztliche Hände.
So schützt du deinen Hund
- Anti-Giftköder-Training: Bring deinem Hund mit positiver Verstärkung bei, Fundstücke anzuzeigen, statt sie zu fressen. Je früher du damit beginnst, desto besser.
- Ein sicheres Abbruchsignal aufbauen, das auch draußen und unter Ablenkung klappt.
- Garten regelmäßig absuchen, vor allem nach Regentagen, und Pilze entfernen.
- In pilzreichen Waldstücken die Leine nutzen, besonders mit Junghunden.
- Bei sehr „verfressenen“ Hunden kann ein gut trainierter Maulkorb mit Fressschutz die Zeit überbrücken, bis das Training sitzt.
- Eigene Pilzgerichte nicht mit deinem Hund teilen. Soßen enthalten oft Zwiebeln oder Knoblauch, die für Hunde ebenfalls giftig sind.
Training statt Verbot: „Lass das Schulbrot!“
Du möchtest, dass dein Hund Pilze, Brotreste und andere Fundstücke zuverlässig liegen lässt? In meinem Selbstlernkurs „Lass das Schulbrot!“ lernst du Schritt für Schritt, wie dein Hund Futter am Boden anzeigt, statt es zu fressen. Bedürfnisorientiert, mit positiver Verstärkung und ideal auch für Welpen und Junghunde. So kannst du entspannt durch den Herbstwald gehen.
Lass das Schulbrot! | Der Selbstlernkurs
„Lass das Schulbrot!“ ist dein Selbstlernkurs für freundliches, bedürfnisorientiertes Futterverweigerungstraining. Du lernst Schritt für Schritt, wie dein Hund vor gefundenem Futter stoppt, sich auf dein Signal „Lass das!“ zuverlässig umorientiert und bereits aufgenommenes Futter sicher wieder ausspuckt. Für mehr Sicherheit im Alltag – flexibel, alltagstauglich und ohne Druck.
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Häufige Fragen
Rohe Pilze solltest du deinem Hund nicht geben. Kleine Mengen gegarter, ungewürzter Champignons gelten zwar meist als unbedenklich, bringen aber keinen Nutzen und sind schwer verdaulich. Vor diesem Hintergrund ist vom Verfüttern von Pilzen jedweder Art ausdrücklich abzuraten.
Je nach Pilz innerhalb von Minuten bis zu einem Tag, bei manchen Arten sogar noch später. Deshalb immer sofort zur Tierarztpraxis.
Schon mit dem Welpen kannst du spielerisch die Grundlagen legen, etwa mit dem Markersignal und ersten Übungen zur Impulskontrolle.
Antiepileptika wie Phenobarbital oder Kaliumbromid lösen häufig starken Heißhunger aus. Betroffene Hunde nehmen dann auch Pilze oder Abfälle auf, die sie früher ignoriert hätten.
Ja, Hundedemenz kann das Fressverhalten verändern und gelernte Signale wie „Lass es“ verblassen lassen. Leine, gesicherter Garten und Aufsicht werden dann wichtiger.


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