Hundeeis - Was die Wissenschaft zur kühlenden Leckerei für deinen Hund sagt.

Hundeeis

Was die Wissenschaft über die kühle Leckerei sagt

Der Sommer bringt nicht nur Eisdielen in Schwung, sondern auch die Frage: Was ist eigentlich ein gutes Hundeeis? Eine kürzlich in der Fachzeitschrift Frontiers in Animal Science erschienene Übersichtsarbeit von Freiberga et al. mit dem Titel “Snacks und Eis als ergänzendes Hundefutter: Perspektiven, Trends, Zutaten” hat sich genau damit beschäftigt – und liefert einen spannenden Blick hinter die Kulissen des wachsenden Marktes für Hundesnacks und -eis. Ich habe mir die Studie genauer angeschaut und fasse dir zusammen, was für dich als Hundemensch wirklich relevant ist.

Worum geht’s in der Studie?

Ein Forschungsteam der Lettischen Universität für Biowissenschaften und Technologien hat über 65 wissenschaftliche Arbeiten sowie zusätzliche Markt- und Praxisquellen aus den Jahren 2000 bis 2024 ausgewertet. Ziel war es, einen Überblick über gängige Hundesnacks zu geben und insbesondere die noch junge Kategorie „Hundeeis” unter die Lupe zu nehmen.

Eine echte Lücke im Markt: kühlende Snacks

Ein zentrales Ergebnis: Es gibt bereits viele Snack-Kategorien für Hunde – Trainingsleckerlis, Zahnpflege-Kauartikel, Gelenk-Snacks, Verdauungs-Snacks und mehr. Ein breites Sortiment findest du zum Beispiel bei der Hamburger Firma Snackies. Was aber auch hier bislang weitestgehend fehlt, sind gezielt kühlende Produkte für die warme Jahreszeit. Genau hier setzt Hundeeis an, das den Autor*innen zufolge grundlegend anders funktioniert als klassisches Speiseeis für Menschen.

Warum Kühlung für Hunde überhaupt so wichtig ist

Die Studie erinnert daran, dass Hunde ihre Körperwärme hauptsächlich über Hecheln regulieren und kaum über die Pfotenballen schwitzen können. Je nach Rasse, Fellbeschaffenheit, Größe und Aktivitätslevel liegt der für Hunde behagliche Temperaturbereich meist zwischen 15 und 35 °C. Wird es zu heiß, drohen schnellere Erschöpfung und im Ernstfall ein Hitzschlag. Besonders kurzköpfige Rassen können bereits bei vergleichsweise moderaten Außentemperaturen an ihre Grenzen kommen, da sie über das Hecheln weniger effektiv kühlen können. Bitte beachte, dass je nach Rasse, Fellbeschaffenheit und persönlichem Empfinden bereits niedrige Temperaturen für deinen Hund eine Belastung darstellen können. Informiere dich hierzu in meinem am 15.07.2026 erscheinenden Artikel “Wie du deinen Hund effektiv abkühlen kannst…”!

Was steckt in gutem Hundeeis?

Die Autor*innen haben verschiedene am Markt erhältliche Hundeeis-Produkte analysiert und typische Zutatengruppen herausgearbeitet:

  • Milchalternativen und laktosefreie Basis: Da viele Hunde Laktose nur eingeschränkt vertragen, kommen häufig laktosefreie Milch, Joghurt oder pflanzliche Alternativen zum Einsatz.
  • Obst und Gemüse: Kürbis, Banane, Apfel, Birne oder Karotte liefern Ballaststoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe – und sorgen ganz nebenbei für natürliche Süße.
  • Fette in Maßen: Anders als beim klassischen Eis sollen Zucker- und Fettgehalt bei Hundeeis deutlich niedriger ausfallen, da zu fettreiche Ernährung unter anderem das Risiko für Übergewicht und Bauchspeicheldrüsenprobleme erhöhen kann.
  • Funktionale Zusätze: Manche Produkte enthalten zusätzlich Präbiotika wie Inulin oder Probiotika, die die Darmgesundheit unterstützen sollen.
Hundeeis

Was bedeutet das für dich als Hundehalter*in?

Für mich bestätigt die Studie vor allem eins: Es gibt zwar einige kommerzielle Anbieter von Hundeeis, das im gut sortierten Zoofachhandel erhältlich ist, und wenige Eisdielen – beispielhaft sei NICE-Cream in Hamburg-Dulsberg genannt – bieten auch spezielle Eissorten für Hunde an. Hier sind jedoch die Zutaten sorgfältig im Hinblick auf Verträglichkeit und Zahngesundheit (Zucker!) zu prüfen. Selbstgemachtes Hundeeis mit einfachen, hundegerechten Zutaten liegt genau richtig im Trend – und ist gleichzeitig die sicherste Variante, weil du genau weißt, was drin ist. Achte auf laktosearme oder -freie Komponenten, verzichte auf zugesetzten Zucker und nutze natürliche Süße aus Obst.

Genau nach diesem Prinzip habe ich übrigens ein einfaches Rezept für euch entwickelt: körniger Frischkäse, Fruchtpüree, Blaubeeren und Gurke, angerichtet im Mandala Tray oder Toppl. Hier geht’s zum Rezept.

Habt ihr schon mal selbstgemachtes Hundeeis ausprobiert? Ich freue mich über eure Erfahrungen in den Kommentaren!

Quelle

Freiberga, A., Ilgaza, A., Strausa, E., Ciprovica, I. & Zagorska, J. (2025). Snacks and ice cream as complementary dog feed: perspectives, trends, ingredients. Frontiers in Animal Science, 6:1566858. Zum Artikel

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